Kometen

Kometen                                                                                                                              

Komet 2P/Encke

Der kurzperiodische Komet mit der Bezeichnung 2P ist der zweite Komet nach 1P/Halley, der als kurzperiodisch erkannt wurde. Der deutsche Astronom Johann Franz Encke erkannte 1819, dass die Kometenerscheinungen von 1786, 1795, 1805 und 1818 auf das gleiche Objekt zurückgehen. Wie auch 1/P Halley ist 2P/Encke nicht nach seinem Entdecker (das war 1786 Pierre Méchain) benannt, sondern nach dem Astronomen, der die periodische Natur erkannte.

 

Bahn:

2P/Encke ist der Komet mit der kürzesten bekannten Periode. Er umkreist die Sonne einmal in nur 3,3 Jahren auf einer Bahn, deren sonnennächster Punkt (Perihel) in der Merkurbahn und deren sonnenfernster Punkt (Aphel) nahe der Jupiterbahn liegt.

Die Bahn des Kometen ist stark elliptisch und leicht zur Ekliptik geneigt.

 

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Komet 2P/Encke erreicht im März 2017 eine scheinbare Helligkeit von bis zu 3,5 mag, wird zu diesem Zeitpunkt aber leider nicht von Mitteleuropa aus zu sehen sein. Für uns ergibt sich nur eine kurze Abendsichtbarkeit im Februar. In der zweiten Februarwoche wird er heller als 10 mag, bei seinem Verschwinden am Abendhimmel Anfang März werden ca. 5 mag erwartet, der Komet wird also für kurze Zeit ein Feldstecherobjekt in der Abenddämmerung.

 

 

 

Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák

 

Der kurzperiodische Komet mit der Bezeichnung 41P war am 3. Mai 1858 von dem amerikanischen Astronomen Horace Parnell Tuttle entdeckt und nach Bahnstörungen jeweils 1907 von Michel Giaccobini und 1951 von Lubor Kresák wiederentdeckt worden. 1973 kam es zu einem bemerkenswerten Helligkeitsausbruch, der den Kometen 41P sogar freisichtig werden ließ. Die letzte Erscheinung war 2006, die nächste ist im Frühjahr 2017.

 

Bahn: 

 

41P/Tuttle-Giacobini-Kresák hat eine Umlaufzeit um die Sonne von nur 5,4 Jahren. Seine elliptische Bahn hat ihr Perihel zwischen der Venus- und der Erdbahn, ihr Aphel in der Nähe der Jupiterbahn.

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

 

Der Komet bewegt sich in seiner besten Sichtbarkeit vom Löwen Anfang Februar nordwärts in das Sternbild Ursa Maior und weiter in den Drachen, wo er im April 2017 eine scheinbare Helligkeit von heller als 7 mag erreicht, also ein leichtes Objekt für Fernrohre wird. Zu dieser Zeit ist der Komet für Mitteleuropa sogar zirkumpolar. Er wandert dann weiter durch den Herkules nach Süden, wo seine scheinbare Helligkeit Ende Mai wieder auf unter 10 mag gesunken sein wird.

 

 

 

Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdušáková

Der kurzperiodische Komet mit der Bezeichnung 45P wurde am 3. Dezember 1948 von dem japanischen Astronomen Minoru Honda, dem tschechischen Astronomen Antonín Mrkos und der slowakischen Astronomin Ludmila Pajdušáková entdeckt. Wegen seines komplizierten Dreifachnamens wird er in der Literatur oft nur als 45P/H-M-P bezeichnet.

Bahn: 

 

45P/Honda-Mrkos-Pajdušáková hat eine Umlaufzeit um die Sonne von nur 5,25 Jahren. Seine elliptische Bahn hat ihr Perihel zwischen der Merkur- und der Venusbahn, ihr Aphel etwas außerhalb der Jupiterbahn.

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Der Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdušáková bewegt sich zunächst ekliptikal durch den Schützen, wo er für Mitteleuropa am Abend sichtbar wird und seine Helligkeit auf heller als 10mag ansteigt. Im Dezember schwenkt er langsam nach Norden im Steinbock. Im Jänner 2017 wird er in der Nähe der Kopfsterne des Steinbocks rückläufig und wandert weiter nach Norden. Seine scheinbare Helligkeit erreicht jetzt mit 7mag ihr Maximum. Im Februar 2017 wandert der Komet rasch durch Adler, Herkules, Bootes und Jagdhunde in den Löwen, wo seine scheinbare Helligkeit gegen Monatsende auf unter 10 mag sinkt. 

Aufgrund dieses Bahnverlaufs ist der Komet zunächst kurz am Abendhimmel zu sehen (Mitte Dezember 2016 bis Mitte Jänner 2017) und ab Februar 2017 am Morgenhimmel.

 

Am Morgen des 11. Februar 2017 wird Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdušáková der Erde auf 0.08318 AU nahe kommen, das sind 12.4 Mio. km oder die 32,37-fache Mondentfernung. Das ist für einen Kometen bemerkenswert, kommt aber aufgrund der Bahnlage von 45P mehrmals pro Jahrhundert vor.

Komet C/2015 V2 (Johnson)

 

Der Komet mit der Bezeichnung C/2015 V2 wurde am 3. November 2015 von Jess A. Johnson (Senior Research Specialist am Catalina Sky Survery) im Zuge einer systematischen Durchmusterung des Himmels entdeckt. Er nähert sich der Sonne auf einer hyperbolischen Bahn, es handelt sich also nicht um einen kurzperiodischen Kometen.

Bahn: 

 

Die Bahn des Kometen ist stark zur Ekliptik geneigt. Nach dem Perihel bewegt sich der Komet rasch nach Süden.

 

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Der Komet ist 222 Tage heller als 10 mag, das ist bemerkenswert. Für Mitteleuropa ergibt sich vor allem vor dem Perihel eine gute, lange Sichtbarkeit von Mitte Februar bis Mitte Juli fast die ganze Nacht. 

Im Februar bis April zieht der Komet eine Schleife im nördlichen Bereich des Herkules, in dieser Phase ist die zweite Nachthälfte zunächst günstiger für die Beobachtung, allerdings ist Komet Johnson wegen der hohen nördlichen Deklination bald die ganze Nacht lang zu sehen. Im Mai 2017 beginnt der Komet rasch durch Bootes nach Süden zu wandern. Anfang Juni steht er nahe Arktur, dabei ist er heller als 7mag, also ein Paradeobjekt für Fernrohre am Frühlingshimmel. Im Juli verschwindet er dann in der Nähe der Spica für unsere Breiten.

Komet C/2015 ER61 (PanSTARRS)

Der Komet mit der Bezeichnung C/2015 ER61 wurde am 14. März 2015 im Zuge einer systematischen Durchmusterung mit dem automatischen PanSTARRS- (Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System) Teleskop am Haleakala-Observatorium des Instituts für Astronomie der Universität Hawaii auf Maui, Hawaii, entdeckt.

Bahn:

Die Bahn des Kometen ist eine langgestreckte Ellipse mit einer Umlaufzeit von rund 167.000 Jahren um die Sonne. Sie verläuft ekliptikal mit einer geringen Neigung von nur 6,2°. Der sonnennächste Punkt (Perihel) liegt wenig außerhalb der Erdbahn. Der sonnenfernste Punkt liegt allerdings in der rund 200-fachen Neptunentfernung.

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Die Helligkeitsentwicklung des Kometen ist noch sehr unsicher. Er könnte von Ende Februar bis Ende August 2017 hinein heller als 10mag werden und Anfang Mai eine scheinbare Helligkeit von 7 mag erreichen. Pessimistischere Schätzungen gehen von einer maximalen Helligkeit von nur 11 mag aus. 

Sicher ist der geometrische Bahnverlauf. Komet C/2015 ER61 wandert prograd nahe der Ekliptik durch die Sternbilder Waage, Skorpion, Schlangenträger, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Der Komet bewegt sich sehr rasch durch diese Sternbilder und beschert uns einige teilweise sehr enge Begegnungen mit Deep Sky Objekten: NGC 5897 (Kugelsternhaufen in der Waage) am 6. 1. 2017, M80 (Kugelsternhaufen im Skorpion) am 28./29. 1., Pipe-Nebel 18. bis 21. 2., Passage zwischen Trifid- (M20) und Lagunennebel (M8) im Schützen 28. 2. bis 1. 3., M22 (Kugelsternhaufen im Schützen, dritthellster Kugelsternhaufen am Himmel) 8. 3., um nur die wichtigsten zu nennen. Die Bahn ermöglicht eine Morgensichtbarkeit von Mitteleuropa bis Anfang Mai und dann wieder ab Ende Juni 2017.

  • Twitter
  • YouTube

Ilias Welt - Shop

Kontaktiere uns